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Viennale 2010.

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Ich fürcht, das wars

Die VorführerInnen sind müde, die Saaldamen und -herren nicht mehr gar so streng mit der Einhaltung der Zeit und ich bin froh über mein wieder gewonnenes Leben. Sie ist vorbei, die Viennale 2010, und meine ganz persönliche Viennale endete mit zwei tollen Dokumentationen, die ich nicht missen wollen würde. „El sicario – Room 164“ sei euch sowieso und unbedingt empfohlen, aber vielmehr möchte ich euch eine kleine österreichische Produktion ans Herz legen: „Mein Haus stand in Sulukule“ von Astrid Heubrandtner.


Das älteste Roma-Viertel der Welt liegt in Istanbul und soll durch ein tolles Stadtplanungsprojekt „saniert“ werden, wie es heißt. Dort leben Roma mit der ihnen eigenen Kultur gemeinsam in heruntergekommenen aber lieb gewonnenen Häusern. Sie musizieren und tanzen auf der Straße, der Bäcker und der Shopinhaber sind Institutionen im Viertel Sulukule und jetzt sollen die baufälligen Häuser für ein Villenviertel abgerissen werden. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Zwangsenteignungen. Oft fehlen Papiere über die von Generation zu Generation weitergegebenen Häuser und nur wenige haben überhaupt die Mittel, ihre Rechte vor Gericht zu verteidigen.


Machtlos müssen sie zusehen, wie die Häuser nach und nach abgerissen, dabei nicht abzureißende Häuser demoliert werden und der Schutt einfach so zurück gelassen wird, in dem wenig später Kinder spielen werden. Heubrandtner sieht ihren Film stellvertretend für zahlreiche Stadterneuerungsprojekte, die weltweit Randgruppensiedlungen dem Boden gleichmachen, um die Fläche für prestigeträchtigere Projekte zu nutzen. Ein wirklich schön gemachter Dokumentarfilm, der ausgehend von Einzelschicksalen treffend einen aktuellen wie tragischen Trend nachzeichnet. Fehlt nur noch der österreichische Verleih...

Und damit wir auch noch ein bisschen offizielle Viennale-Bilanz ziehen, bitteschön:

96.300 ZuseherInnen (Vorjahr 94.800)
79,80% Auslastung (Vorjahr 79,60%)
123 ausverkaufte Vorstellungen

WIENER FILMPREIS

Spielfilm: Rammbock, Marvin Kren, D 2010
Dokumentarfilm: Kick Off, Hüseyin Tabak, A 2009

VIENNALE-STANDARD-PUBLIKUMSPREIS
Marwencol, Jeff Malmberg, USA 2010

FIPRESCI-PREIS (Preis der internationalen Filmkritik)
Periferic (Outbound), Bogdan George Apetri, Rumänien/A 2010

Bis zum nächsten Jahr!
Mirjam Bromundt am 3.11.10 23:08


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