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Manoel de Oliviera einmal mehr bei der Viennale

„Singularidades de uma rapariga loura“ (Eigenheiten einer jungen Blondine) heißt der Film, der in seiner Kürze von gut einer Stunde für mich ein erstes Highlight dieser Viennale darstellte. Eine Zugfahrt. Die Kamera nimmt sich alle Zeit der Welt den Schaffner zu zeigen, der gerade die Fahrkarten kontrolliert. Ticket für Ticket wird gemächlich abgezwickt, immer eine gute Reise gewünscht und schlussendlich erfahren wir, um wen es hier eigentlich geht. Um eine Frau und einen Mann vorne links und mit dem sinngemäßen Satz „Was du Freunden nicht erzählen kannst und auch nicht deiner Frau, erzähle einem Fremden.“ beginnt die Geschichte. Macário erzählt der Unbekannten neben sich den Grund für seine Reise an die Algarve und holt dabei in die Vergangenheit aus. Der Buchhalter arbeitete im Geschäft seines Onkels, verliebte sich in das blonde Mädchen am Fenster gegenüber und eine nicht ganz einfache Liebschaft nahm ihren Lauf.


De Oliviera erzählt die Geschichte in Rückblenden, lässt immer wieder das Paar im Zug dazwischenschalten und das Gesehene kommentiern bzw. die Geschichte weiter zu erzählen. Sie sehen sich kaum an, nur wenige Momente herrscht Blickkontakt und die Dame scheint durchaus interessiert am Unglück des jungen Macário. Die Geschichte spielt offensichtlich im heute – bezahlt wird zum Beispiel in Euro – dennoch wird zwischen Macário und seinem Onkel nur das höfliche „Sie“ verwendet. Der Onkel wird um Erlaubnis zur Hochzeit gefragt und beim geladenen Abend beim reichen Anwalt wird Harfe gespielt und Literatur vorgetragen. Die Art des Erzählens und die immer wieder komischen Momente tragen den Film spannend bis an sein Ende. Ein kleines Juwel in der gediehenen Überlängenfilmwüste.

Noch einmal zu sehen am 3. November, 18 Uhr, Gartenbaukino.
1.11.09 13:54


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