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Tag 12 - Abschied von der Viennale

Heute ist der letzte Viennale-Tag und es kommt Wehmut, aber auch ein wenig Erleichterung auf. Das tagtägliche Kinogehen hat zwar ein Ende, dafür kann aber ab sofort die Tagesplanung wieder unabhängig von Kinospielplänen gemacht werden. Also, auf zum letzten Film.

No Direction Home

Wie viele Minuten werden benötigt um Bob Dylans Leben umfassend darzustellen? Martin Scorsese beantwortet diese Frage mit der Zahl 201. Über drei Stunden lässt er Archivmaterial, Interviews mit prominenten Weggefährten wie Joan Baez, Alan Ginsberg oder Pete Seeger aber auch ein Gespräch mit dem Protagonisten selbst über die Leinwand flimmern. Leider verliert sich Scorsese dabei aber in allzu vielen Details und losen Enden, die er mit der persönlichen Biographie Dylans verknüpfen will. Unzählige musikalische Vorbilder werden kurz angeschnitten, ohne sie aber zu vertiefen, die amerikanische Geschichte wird zwanghaft mit Bob Dylans Aufstieg verknüpft und das New Yorker Künstlerviertel Greenwich wird abseits der Hauptfigur ausführlich beleuchtet.

Bei all diesen keinesfalls uninteressanten Abschweifungen gerät die Person Bob Dylan und seine Kunst irgendwann ins Abseits, auch wenn im zweiten Teil dann wieder eine Fokussierung auf die Elektrifizierung in Dylans Musik stattfindet. Trotz der Länge des Films bleibt alles bruchstückhaft und konventionell, so dass der Mythos Dylan in keiner Sekunde eingefangen werden kann. Dadurch wird der Filmtitel zum unfreiwilligen Motto für ein Werk, das es nie schafft zu sich selbst zu finden und deshalb trotz des ambitionierten Ansatzes und der einmaligen Möglichkeiten enttäuscht.

Bilanz und Preise

Über 30 Filme habe ich bei der diesjährigen Viennale gesehen und trotzdem ist keiner der drei diesjährigen Gewinner darunter.

Wiener Filmpreis: Ein Augenblick Freiheit, Arash T. Riahi, A/F/Türkei 2008
Standard Publikumspreis: Momma’s Man, Azazel Jacobs, USA 2008
FIPRESCI Preis: Aquele querido mês de Agosto, Miguel Gomes, P/F 2008

Darum will ich euch auch meine Favoriten in den Kategorien Spiel- und Dokumentarfilm nicht vorenthalten.

Spielfilm
Goodbye Solo, Ramin Bahrani, USA 2008
Lake Tahoe, Fernando Eimbcke, Mexiko 2008

Dokumentarfilm
Evening’s Civil Twilight in Empires of Tin, Jem Cohen, A/USA/Kanada 2008
Man on Wire, James Marsh, GB 2007


©Florian Zeuner/FM5

Insgesamt gesehen war die Viennale wieder ein echter Erfolg, obwohl die Auslastung der Vorstellungen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist. Trotzdem kann sie sich mit 76,80% durchaus sehen lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass ungefähr jede dritte Vorstellung ausverkauft war. Hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist lediglich das Dylan Tribute, auf das ich in meiner Berichterstattung einen Schwerpunkt gelegt hatte. Schade eigentlich.

... und das Licht geht an

Nun aber schnell raus aus dem dunklen Kinosaal; die Realität wartet. Nach anstrengenden, aber auch extrem kurzweiligen Tagen nehmen das Filmfestival und damit auch ich Abschied von euch. Jetzt bleibt nur noch die Vorfreude auf das kommende Jahr, wenn es wieder heißt:

Viennale ’09 und FM5 ist dabei!
30.10.08 12:54
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ambre / Website (30.10.08 19:03)
dein favorit lake tahoe wurde ja immerhin beim publikumspreis lobend erwaehnt


mirjam / Website (30.10.08 19:23)
und ich sag dankeschön fürs aushalten und ständige berichten!


Florian (7.11.08 20:10)
@ambre: Puh, da bin ich ja froh, dass ich nicht ganz am Zuschauergeschmack vorbeigeschaut habe. :-)

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