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I'm Home!

Es ist mein dritter Viennaletag und ich fühl mich zu Hause. Das siebte Jahr ist es nun, dass ich dem größten Wiener Filmfestival verfallen bin und der alljährliche Vorsatz, es langsam anzugehen und nur ja keinen Stress aufkommen zu lassen, ist nur schwer einzuhalten. Zu groß ist die Versuchung, doch noch einen Film mehr zu reservieren und schlussendlich in die sonstige Lebensplanung reinzuquetschen. Ja, ich fühl mich zu Hause in den Festivalkinos, von denen mir heuer noch das Stadtkino und die Urania fehlt und von deren rauchfreiheit ich auch dieses Jahr wieder begeistert bin. Weniger begeistert von dem neuen Zuckerzeug, das in den A1-Kartonständer auf gierige Hände wartet. Jelly Beans in allen möglichen (komischen) Geschmacksrichtungen darf man sich dieses Jahr während den Vorstellungen in den Mund schieben und nicht nur einmal hab ich um mich herum vernommen, wie toll doch die Rumkugeln damals waren. Oder auch die Sportgummis von mir aus, obwohl die den Magen ähnlich unangenehm verklebten. Mannerschnitten – das wär mein Vorschlag für 2011.

Weg vom Geplaudere, hin zu den Filmen. „Leslie, My Name Is Evil“ stand heute auf dem Programm und ohne lange herumzureden: Anschauen! Regisseur Reginald Harkema steigt direkt ins Mark der Geschichte ein. Perry, ein bubenhafter Vorzeigesohn und –christ soll als Geschworener in einem Mordprozess fungieren, bei dem unter anderem das lasziv schöne Hippiegirl Leslie unter Anklage steht. Schon allein ihre bunten Unterhosen verschaffen Perry nachts feuchte Träume und stellen die bevorstehende Hochzeit mit der streng katholischen Freundin auf die Probe.

 

Von dort aus geht Harkema in die zunächst in die Vergangenheit der beiden Charaktere und zeigt zwei vollkommen verschieden Arten, Jesus zu „lieben“, wie es beide formulieren. Perry mit seiner Familie auf der einen Seite, für die der Dienst am Vaterland in Vietnam unabkömmlich ist und ein Gebet auch vor dem Burger im Autokino nicht fehlen darf; auf der anderen Seite die Hippiekommune um den erleuchteten Charly, dessen Girls alles für ihn tun würden und wo sogar Kinder mit LSD versorgt werden. Und erst dann wird den Damen der Prozess gemacht.


„Leslie, My Name Is Evil“ nimmt die ZuschauerInnen mit auf Leslies sinnlich komische Suche nach dem „deeper sense of purpose“. Zeigt mit teuflisch schönem Augenzwinkern die konservative Vorstadtfamilie par excellence, für deren Sohn der Prozess als kleiner Lichtblick über den Tellerrand ein neues Leben bedeuten könnte. Und mittendrin Archivmaterial aus Vietnam und der Politik der frühen Siebzigerjahre, die den Hintergrund des Filmes noch mit ein bisschen Wissen auffüttern.

Noch einmal zu sehen am 1. November um 23.30 Uhr in der Urania. Leider nur mehr Resttickets.

24.10.10 15:46
 


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