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viennale 2007

Tag 11

Der vorletzte Tag wird langsam angegangen. Augenschmerzen von den vier Filmen am Vortag schließen die Abschlusspressekonferenz Dienstag Früh schonmal aus. Auch die Elfuhrvorstellung Barbarella aus dem Tribute an Jane Fonda muss ausfallen. Keine Chance. Was aber unbedingt noch gesehen werden musste, war Mia Hansen-Løves Spielfilmdebut Tout est pardonné - wobei mir gerade die vielen französischen Filme in meinem Programm auffallen. Asiatisches war es überraschenderweise im Gegenzug ganz wenig, obwohl in den Vorjahren doch immer einiges an Filmen sehenswert erschien. Woran das wohl liegen mag?


Tout est pardonné

In Wien nimmt alles seinen Lauf. Victor, Annette und die 6jährige Pamela leben in einer großzügigen Wohnung und feiern Familienfeste mit unzähligen Verwandten - die kleine französisch-österreichische Welt ist noch in Ordnung. Dass Victor ab und an mal einfach schnell weg muss oder sich abends ohne Kommentar alleine die Zeit vertreibt, sind seltsame, aber noch tolerierbare Momente. Zurück in Paris, Victors Heimatstadt, spitzt sich die Lage zu. Immer öfter ist Victor weg, sitzt den ganzen Tag zu Hause, schreibt keine einzige Seite an seinen Gedichten und verbringt die Abende lieber mit Drogen und unbekannten Freunden, als mit seiner Familie.

Ausgangspunkt der Geschichte war für Hansen-Løve die im dritten Teil des Films gezeigte Zusammenkunft von Vater und Tochter; elf Jahre später. Pamela ist mittlerweile eine junge Frau und weiß so gut wie nichts von ihrem Vater, nur dass er damals laut ihrer Mutter plötzlich verschwunden sein soll. Von diesem Punkt aus versucht Hansen-Løve, die Umstände bis zu ebenjenem Zusammentreffen durchzudenken, zeigt die Geschichte davor, was passiert sein könnte, das zu jener Begegnung führt.

Die Suche nach Identität beginnt aber nicht erst bei den Fragen von Pamela über die eigene Familiengeschichte. Schon die Zweisprachigkeit wirft die Frage der Verwurzelung und Identifikation der einzelnen Charaktere mit der jeweiligen Nation auf und lässt die Geschehnisse auch aus dieser Sicht nachvollziehbar erscheinen. Ein sehr gelungenes Debut, das leider noch keinen Verleih in Österreich gefunden hat.

Morgen zu lesen: Moi, Pierre Rivière, ayant égorgé ma mère, ma soeur et mon frère... (René Allio)
fm5.viennale am 31.10.07 10:01


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